Warum wir auf mehrere Röstereien setzen · Supremo Coffee & Ditta Artigianale

Warum wir auf mehrere Röstereien setzen · Supremo Coffee & Ditta Artigianale

Eine Frage hören wir an unserer Kaffeebar auf fast jedem Event: „Woher kommt euer Kaffee?“ Und danach folgt meistens diese: „Und welcher Kaffee ist der beste?“

Die Antwort: Es kommt darauf an. Unserer Meinung nach ist der beste Kaffee der, der dir am besten schmeckt.

Unser Kaffee kommt nicht von einer Rösterei, sondern von mehreren. Wir suchen aus, und zwar bei Röstereien, die wir kennen, besucht haben und deren Kaffee wir selbst gerne trinken. Warum das so ist, erklären wir hier.

Weil Kaffee nicht nur einen Geschmack hat

Specialty Coffee ist unglaublich vielfältig. Ein Kaffee aus Äthiopien kann saftig nach Beeren oder einer ganzen Blumenwiese schmecken. Ein klassischer Blend aus Brasilien und Indien nach Walnuss und Karamell. Beides ist richtig guter Kaffee. Nur eben komplett unterschiedlich.

Die meisten Röstereien haben eine klare Handschrift, und das ist auch gut so. Wir wollen dir trotzdem die ganze Bandbreite zeigen. Vom Espresso, den deine Oma sofort als „richtigen Kaffee“ erkennt, bis zu dem, bei dem du zweimal nachschmeckst.

Mehr zu den Grundlagen findest du in Specialty Coffee vs. Supermarktkaffee.

Weil Kaffee eine Saison hat

Kaffee ist ein landwirtschaftliches Produkt. Er wird geerntet, und zwar je nach Land zu ganz unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Wenn eine Ernte ausverkauft ist, ist sie weg. Gerade bei kleinen Chargen und Microlots geht das manchmal schneller, als uns lieb ist.

Für uns heißt das: Unsere Auswahl bleibt nicht stehen. Ist ein Kaffee aus, kommt ein anderer, der zu dieser Jahreszeit passt. Mit mehreren Röstereien im Rücken haben wir dafür deutlich mehr Spielraum, als wenn wir an einen einzigen Katalog gebunden wären.

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Auch nicht im Kaffeeregal.

Weil jede Rösterei einen anderen Fokus hat

Das ist der eigentliche Grund. Die eine Rösterei ist stark bei klassischen Espressi. Die andere zeigt, wie modern Italien heute röstet. Wir wollen nicht zwischen beidem wählen müssen.

Für uns muss eine Rösterei drei Dinge mitbringen:

Konstanz. Wir arbeiten mit den Kaffees auf Events, von der Messe bis zur Hochzeit. Bei beiden gibt es keine zweite Chance, wenn etwas schiefgeht. Ein Espresso, der von Charge zu Charge anders schmeckt, funktioniert da nicht.

Transparenz. Woher kommt der Rohkaffee, wie wird er verarbeitet, wer steckt dahinter? Wenn der Röster darauf keine Antwort hat, ist das für uns schon eine Antwort.

Menschen, mit denen wir gerne arbeiten. Klingt weich, ist aber hart gemeint. Wir empfehlen dir nur Kaffee von Leuten, die wir kennen und schätzen.

Aktuell sind das zwei Röstereien. Eine aus Bayern, eine aus der Toskana.

Supremo aus Unterhaching: Konstanz mit Familiengeschichte

Supremo ist eine Familienrösterei in Unterhaching bei München. Gegründet 2005 von Bernd Braune und seiner Familie, nachdem sie die Kaffeeszene in Kalifornien kennengelernt hatten und diese Qualität nach Deutschland holen wollten. Seitdem gehört Supremo zu den bekannteren Röstereien im Land und wurde unter anderem vom Feinschmecker ausgezeichnet.

Zwei Dinge zeigen ganz gut, wie die Braunes ticken:

Weil sie keine Handmühle fanden, die sie ihren Kundinnen und Kunden guten Gewissens empfehlen konnten, haben sie kurzerhand selbst eine entwickelt. Daraus ist Comandante entstanden, heute eine der bekanntesten Handmühlen der Welt.

Und weil sie wissen wollten, wie Kaffee vom Anfang an funktioniert, betreibt die Familie seit 2019 eine eigene kleine Farm in Tarrazú, Costa Rica.

Was uns an Supremo überzeugt: Sie sind nicht dogmatisch. Supremo röstet sehr helle, fruchtige Kaffees genauso ernsthaft wie klassische Espressi mit Robusta-Anteil. Und jede einzelne Röstung wird verkostet. Genau diese Bandbreite brauchen wir.

Von Supremo führen wir aktuell:

  • Palermo: Espresso nach sizilianischem Vorbild. Samtig, Walnuss und Karamell. Kein Experiment, einfach ein guter italienischer Espresso.
  • Veronica: Ausgewogener Arabica-Blend aus drei Ursprüngen. Schokolade, dezente Frucht. Kein Kaffee, der laut sein will.
  • El Capitán: Blend aus drei Microlots, saftig und fruchtig. Der beste Einstieg, wenn du dich an fruchtigen Espresso noch nicht rangetraut hast.
  • San Diego: Entkoffeiniert im CO₂-Verfahren, cremig, nussig, ein Hauch Marzipan. Schmeckt wie ein echter Espresso. Lässt dich trotzdem schlafen.

Ditta Artigianale aus Florenz: Liebe auf den ersten Espresso

Bei Ditta Artigianale war es keine Recherche. Es war ein Besuch.

Wir waren mit unserer Kaffeebar auf einer Messe in Mailand. Viele Gespräche, sehr viel Espresso. Am letzten Tag haben wir uns etwas gegönnt und sind ins Café von Ditta Artigianale am Corso Magenta gegangen. Mitten in Mailand, nur ein paar Schritte von Santa Maria delle Grazie entfernt.

Und dann standen wir da und waren begeistert.

Nicht nur wegen des Kaffees. Der war großartig. Sondern wegen der Art, wie wir empfangen wurden. Aufmerksam, herzlich, ohne Show. Ein Team, das sichtbar Spaß an dem hat, was es tut, und das sich Zeit nimmt, obwohl der Laden voll ist. Genau so wollen wir auf unseren Events auch sein.

Lange überlegen mussten wir nicht. Also haben wir eine B2B-Anfrage geschickt. Und wir sind ziemlich stolz darauf, dass wir jetzt zusammenarbeiten.

Wer hinter Ditta Artigianale steckt

Gegründet wurde Ditta Artigianale 2013 in Florenz von Francesco Sanapo und Patrick Hoffer. Sanapo ist dreifacher italienischer Barista-Meister und hat in der Bar seines Vaters in Apulien angefangen. Dort durfte er als Jugendlicher übrigens nicht an die Espressomaschine. Hat er natürlich trotzdem heimlich gemacht.

Ein Jahr später eröffnete das erste Café in der Altstadt von Florenz, inzwischen gibt es mehrere in Florenz und eben das in Mailand, in dem wir standen. Wer bei Ditta arbeitet, lernt zuerst in der eigenen Kaffeeschule, bevor er an die Maschine darf.

Der Fokus ist klar: Italienischen Espresso neu denken. Heller geröstet als klassisch italienisch, ohne die typische Bitterkeit, mit Süße und Körper. Die Röstung soll den Charakter eines Kaffees hervorheben und ihn nicht überdecken. In Italien war das lange alles andere als selbstverständlich.

Von Ditta Artigianale führen wir:

  • MammaMia: Vier Ursprünge (Peru, Costa Rica, Äthiopien, Honduras), Noten von Schokolade und Trockenfrüchten. Pur rund und süß, mit Milch schokoladig. In unseren Barista Kursen ist er schon jetzt einer der Favoriten.

MammaMia zeigt ziemlich gut, warum wir beide Röstereien haben wollen. Palermo von Supremo ist der italienische Espresso, wie du ihn kennst. MammaMia ist der italienische Espresso, wie er heute auch sein kann. Beides hat seinen Platz.

Und wie findest du deinen Kaffee?

Ganz einfach: Frag dich, wie du ihn trinkst.

  • Klassisch und kräftig: Palermo
  • Etwas feiner und schokoladiger, gerne als Cappuccino oder Flat White: MammaMia oder Veronica
  • Pur und gerne mal fruchtig: El Capitán
  • Am Abend: San Diego

Wenn du unsicher bist, schreib uns. Oder komm in einen Barista Kurs. Da probierst du die Kaffees direkt an der Maschine und merkst ziemlich schnell, welcher deiner ist.

Und weil sich die Auswahl mit der Saison ändert: Schau ab und zu wieder rein. Es kommt immer mal wieder etwas Neues dazu.

Zu allen Kaffees

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